FSK, FSM, FSF, USK – eine unsinnige Tradition?

Selbstkontrollen geben Richtwerte, an denen sich Eltern orientieren können, sei es bei Filmen, Computerspielen, Fernsehen oder Unterhaltungssoftware. Aber wie sinnvoll sind diese Kontrollen eigentlich überhaupt?

Christian Scholz alias Mr Topf stellt dieses traditionelle Klassifizierungssystem klar in Frage. Seiner Meinung nach nehme man den Eltern damit die Aufgabe, sich selbst zu erkundigen. Seine Behauptung, die Organisationen würden nicht ihre Altersrichtlinie begründen, wird allerdings schnell von Regina Käseberg und Dr. Haase entkräftet.

Tatsache ist: Kaum ein Bürger nimmt Notiz von den kleinen Symbolen, die anzeigen, welche schädlichen Inhalte in Spielen und Filmen enthalten sind. So sind sie nicht fähig, die grauen Zeichen den Begriffen ‚bad language‘ und Gewaltverherrlichung zuzuordnen. Wer sich das alles nochmal genau durchlesen will, stößt im Internet auf begründete Fließtexte, die alle Aspekte für die FSK-Wertung aufzählen.

Scholz ließ sich davon nicht überzeugen. Dieses System diene dem Staat nur dazu, eine Aktivität im Bereich Jugendmedienschutz vorweisen zu können, war die deutliche Ansage. Er erwähnte außerdem die fraglichen Internetfilter, die von Jugendlichen mit der nächstbesten gegoogelten Anleitung entkräftet werden könnten.
Allgemein seien Einschränkungen im Internet völlig zwecklos für eine Generation, die mit diesem Medium aufgewachsen ist und sich bestens damit auskennt. So sei die Idee mit einem Altersklassifizierungssystem für das Internet kaum produktiv, da Anbieter ihre Inhalte meist falsch einschätzen würden. Sabine Frank konterte allerdings, dass das System vorallem dazu diene, die Anbieter, die ihre Seiten falsch klassifizierten, zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Gespräch wurde letzendlich damit geschlossen, dass eine Abschaffung der allseits bekannten FSK-Regelung absurd wäre. Außerdem sei die von Herr Scholz bemangelte Transparenz vorhanden, sodass nur noch eine Frage offen bleibt: Ob Eltern ihre Pflicht übernehmen und mit ihren Kindern persönlich über problematische Inhalte diskutieren, anstatt grob die Richtwerte zu überfliegen.

Von Kim Ly Lam

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