Podium „Medienpolitischer Ausblick“

Das zweite Podium vom Donnerstag, „Medienpolitischer Ausblick“, hat einen Abschluss für die „Jugendmedienschutztagung“ geliefert. Es wurde viel diskutiert und doch sind sich am Ende die meisten zumindest in einem Punkt einig: Jugendmedienschutz ist wichtig und es muss noch weiter dafür gearbeitet werden.

Dr. Arne Wulff, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, plädiert für klare Verbote. Für ihn ist das Problem, dass es zu klären gilt, nicht der Wert selbst, sondern die Umsetzung. Er glaubt nicht daran, dass sich durch Digital Natives (Menschen die mit Medien aufwachsen) das Problem früher oder später von selbst lösen wird. Er sieht Technologie im ständigen Wandel. Er sieht in der Zukunft die Notwendigkeit, dass die virtuelle Welt reguliert wird, dass Medienkompetenz besonders an jene, die sich selbst nicht darum kümmern, vermittelt wird, und dass sich eine Medienkultur entwickelt, damit die jungen Menschen wissen, was sich gehört und was nicht. Außerdem muss auch im Internet ein Gestaltungsspielraum frei gelassen werden, ähnlich wie beim Fernsehen, wo die Eltern selber entscheiden dürfen, ob sie sich an die Altersempfehlung halten. Dazu ist auch eine Ausarbeitung zwischen dem Zusammenhang von Fernsehen und Internet nötig.

Dr. Thomas Bellut, Programmdirektor des ZDF, sieht das Problem auch in der Umsetzung: „Wir haben Systeme und Gesetze, aber die Umsetzung ist schwer. Wir müssen uns der Diskussion stellen.“ Er befürwortet, dass der KIKA beispielsweise nicht unter kommerziellem Druck steht, sondern jugendfreundliches Programm sendet.

Hr. Kreisisk, von der Staatskanzlei Baden-Württernberg, fordert, dass Jugendschutzprogramme noch mehr durchleuchtet werden. Er sieht für jeden einzelnen eine Eigenverantwortung. „Die Wirtschaft akzeptiert Jugendmedienschutz wenn sie selbst davon einen Vorteil haben.“

Thomas Fuchs, DLM, sieht in der Zukunft  pragmatisches Handeln. „Wir müssen nicht auf den großen Wurf warten. Wir müssen mit kleinen Staatsverträgen beginnen und auf deren Basis noch weiterentwickeln.

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, fordert zumindest normative Verbote. „Woher kommen normative Grundlagen unserer Gesellschaft?“ Für ihn ist das eine Frage der Frömmigkeit.

Abschließend lässt sich sagen, dass unser bestehender Jugendschutz bereits gut ist, aber definitiv noch ausbaufähig.

Von Deborah Mateja