Jugendschutz konkret: Der Jugendschutzbeauftrage des ZDF

Mittwoch, November 30th, 2011

Dr. Gunnar Krone ist Jugendschutzbeauftragter des ZDF und Hauptverantwortlicher für die Jugendmedienschutztagung. Wir haben mit ihm über seine Aufgaben und seine eigene Meinung zum Thema der Tagung gesprochen.

Dr. Krone, Sie sind Jugendschutzbeauftragter des ZDF. Gestatten Sie die Frage, aber ist das bei einem Sender mit einem Durchschnittsalter der Zuschauer von 61 Jahren überhaupt notwendig?

Das Durchschnittsalter der ZDF-Zuschauer ist eher hoch, das stimmt. Aber wir bieten ja auch viele Sendungen für jüngere Zuschauer an. Dazu gehört der komplette Tivi-Bereich, ebenso wie das Internetangebot tivi.de. Außerdem bin ich gemeinsam mit meinen ARD-Kollegen auch für den Jugendschutz des Kika zuständig, da haben wir natürlich ein viel jüngeres Publikum

Natürlich gibt es bei uns weniger Probleme mit Gewaltdarstellung etc. Die Besonderheit beim Jugendschutz im öffentlich-rechtlichen Bereich ist aber, dass wir vor allen Dingen präventiv arbeiten. Das heißt wir achten darauf, dass wir Sendungen produzieren, die gut für die Kinder und Jugendlichen sind und die Medienkompetenz schulen.

Bitte beschreiben Sie doch einmal kurz Ihre Aufgaben als Jugendschutzbeauftragter.

Ich bin hauptsächlich als Berater für meine Kollegen aus der Redaktion und Produktion tätig. Da schauen wir auch, wie wir Jugendschutz in das normale TV-Programm einbauen können, ohne speziell eine Sendung zu dem Thema zu machen.

Wir haben z.B. einmal eine SOKO-Folge über das Thema Kontakt von Jugendlichen mit kriminellen Chattern gezeigt. Da habe ich mit den Kollegen erarbeitet, wie wir dieses Thema so aufbereiten können, dass die Zuschauer auch noch inhaltlich etwas davon haben. So haben wir warnende Elemente eingebaut, die den Eltern helfen sollen, so etwas zu erkennen.

Außerdem gehört in meinen Aufgabenbereich zu überlegen, wann wir welches Programm senden können. Das geht auch weit über das Gesetz hinaus, das ja vorschreibt, wann Sendungen ab 16 und ab 18 gezeigt werden dürfen. Wir überlegen z.B. auch, wann wir am besten Filme für Zuschauer ab 12 Jahren zeigen. Da arbeiten wir mit den Statistiken, dadurch wissen wir ja, wann welche Altersgruppe fernsieht.

Und wie ist Ihre persönliche Meinung zum Thema Jugendmedienschutz? Denken Sie, dass man mit staatlicher Kontrolle und Filter-Software weiterkommt?

Ja, aber ich denke es ist nicht alles. Wir brauchen natürlich in manchen Bereichen staatliche Regelungen. Aber auch Filter reichen nicht in allen Bereichen aus. Zum Beispiel beim Cybermobbing versagen diese. Hier geht es vor allem darum, die Medienkompetenz der Kinder zu schulen.

Sehen Sie Chancen, dass die Medienkompetenz-Schulung ernsthaft bei den Jugendlichen ankommt?

Es gibt viele gute Ansätze zur Medienkompetenz-Schulung. Auch im Rundfunk-Bereich, sowohl von den öffentlich-rechtlichen als auch von den privaten Sendern. Wir bieten zum Beispiel ein Medienpaket für Kindergärten an.

Die Herausforderung ist, dass diese Angebote verzahnt werden müssen, sodass nicht mehr jeder für sich arbeitet.

Außerdem muss ein Messinstrument ermittelt werden, um den Erfolg dieser Maßnahmen zu beurteilen. Das fehlt uns leider noch.

Was erhoffen Sie sich konkret von der Jumeta?

Ich hoffe, dass wir hier Module, sogenannte Bausteine, entwickeln können, die zu einem effektiven Schutz beitragen können.

 

Das Interview führte Katrin Rulle