Erfrischende Vorschläge

Donnerstag, Dezember 1st, 2011

„Jugendmedienschutz darf kein Placebo sein, das die Eltern schlucken, um sich in falscher Sicherheit zu wiegen“, sagt Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Er fasst in seiner Rede am Donnerstagvormittag aktuell und fundiert zusammenfasst, was am Vortag in Vorträgen und Diskussionen gesammelt wurde. Das besondere daran: Er konnte gestern gar nicht anwesend sein und die Beiträge mitverfolgen. Die Rede beweist also, dass Krüger ein kompetenter Redner ist, der zurecht auf der Jugendmedienschutztagung die Möglichkeit bekommt, seine Gedanken zu äußern.

Schade, dass er rhetorisch hinter dynamischeren Vorträgen – zum Beispiel von Professor Schuppert – zurückbleibt. Denn er trägt den Text zwar flüssig vor, doch es ist deutlich herauszuhören, dass die komplette Satzstruktur auf dem Blatt aufgedruckt ist, von dem er – so scheint es mir – nur mühsam den Blick abwenden kann. Das macht es mir ein bisschen schwieriger, ihm zuzuhören.

Dabei bietet er einige erfrischende Thesen: Die verschiedenen Selbstkontrollen sollten zusammenarbeiten, anstelle gegeneinander zu konkurrieren – und der Jugendmedienschutz sollte genauso stark in den öffentlichen wie in den privaten Sendern wirken. Außerdem solle Jugendmedienschutz gemeinsam mit den Nutzern gestaltet werden. Effizientes Risikomanagement im Internet müsste darüber hinaus gegenüber Risikoreduzierung oder gar Risikovermeidung überwiegen.

Trotz komplexer Rede: Herr Krüger ist ein gewichtiger und kompetenter Akteur, der den Jugendmedienschutz gewaltig voranbringen kann.

 

Von Kim Ly Lam

Professor Schuppert im Porträt: Freie Rede für den Jugendmedienschutz

Donnerstag, Dezember 1st, 2011

Unsere Reporterin Anna Stunic berichtet von ihren Eindrücken der Rede von Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert von der Humboldt-Universität Berlin.

Herr Schuppert erzählt frei, verwendet nicht zu viele Fachwörter und formuliert leicht verständlich. So fällt es wesentlich leichter, seine Rede zu verfolgen.
Um seine Aussagen zu erklären und zu verdeutlichen, greift er aktuelle Beispiele aus den Nachrichten und  aus seinem Alltag auf.

Ab und zu lockert er seine Rede auch mit kurzen Scherzen auf. Dadurch dass er sehr lebhaft erzählt, und seine Stimme gekonnt einsetzt, wird das Zuhören zusätzlich leichter und die Rede spannender.

Herr Schuppert benutzt klare und souveräne Gesten – sein Vortrag wird dadurch lebhafter als der ein oder andere seiner Kollegen vom Vortag.

Obwohl er während seiner Rede des Öfteren vom Kernpunkt des Themas abweicht, schließt er ein Hauptthema stets mit einer klaren Aussage ab. Auch die Einleitung eines Themas erfolgt in einem klaren, aussagekräftigen Satz.
Weil eine solche frei erzählte Rede viel leichter zu verfolgen ist, bin ich der Meinung, dass Reden öfter auf diese Weise gehalten werden sollten.

 

Von Anna Stunic