Aufholjagd der Politik

Mittwoch, November 30th, 2011

Der Rechtsberater Dr. Murad Erdemir fordert radikale Veränderungen im Jugendmedienschutz. Die rasante Entwicklung des Internets hat die Politik längst überholt, sagt er. Der Gesetzgeber soll nun aufarbeiten, was in den letzten Jahren versäumt wurde.

Die klassischen Alterseinschränkungen, wie man sie aus dem Fernsehprogramm kennt, lassen sich nicht einfach auf das Internet übertragen, erklärt Eremir in seinem „Plädoyer für eine grundsätzliche Neukonzeption des Jugendmedienschutzes“. Ebenso spricht er sich gegen Filtersysteme wie der Online-Zensur aus, die in vielen Staaten bereits Standard sind.

„Das Internet lässt sich nicht regulieren wie der Straßenverkehr“, so Erdemir. Vielmehr fordert er ein Belohnungssystem für die Internetanbieter. Das soll Anreize schaffen, damit sich die Provider für den Jugendmedienschutz einsetzen Verantwortung übernehmen.

Die Selbstkontrolle der Internetgemeinschaft soll ernster genommen werden: „Die Community übernimmt die Rolle des sozialen Gewissens“, macht Eremir deutlich. Der Jugendmedienschutz müsse durch einfache und klare Regeln definiert sein. Nun sei es Aufgabe der Politik zu handeln.

 

Von René Reile