Stimmen und Erwartungen

Donnerstag, Dezember 1st, 2011

Die Junge Presse hat ein Stimmungsbild der Teilnehmer der Jugendmedienschutztagung erstellt. Bei einer Umfrage unter den Referenten und Teilnehmern interessierten uns die Beweggründe und Meinungen zum Jugendmedienschutz – und zu Twitter.

Holger Reckter, Fachhochschule Mainz
„Ich wurde mit dem Fokus auf die technischen Fragen eingeladen. Jedoch geht es mir persönlich mehr darum, einen Überblick über verschiedene Positionen zu bekommen.
Denn die Frage des Jugendmedienschutzes ist ein immer fortlaufender Prozess. Mich interessieren verschiedene Standpunkte, sonst bleibt man immer nur bei der eigenen Position.
Direkt von der Veranstaltung zu twittern ist für mich uninteressant, da ich mir erst eine reflektierte Meinung im Laufe der Veranstaltung bilden werde.“

Pädagogin, möchte anonym bleiben
„Mir geht es neben dem Medienschutz, der wichtige Rahmenbedingung sichert, darum, ein Augenmerk auf die Kompetenzförderung zu setzen. Hierbei geht es vor allem um das Fitmachen der älteren Generation.
Wir müssen versuchen, vorzubeugen und zu informieren. Ich wünsche mir für den Verlauf der Tagung, dass wir uns nicht mit Illusionen verzetteln, sonder pragmatisch die Risiken und Chancen abzuwägen.
Bei solchen Diskussionen hilft Twitter sicher, die Hemmschwelle der Äußerung zu überschreiten und belebt Diskussionen.“

Dr. Sabine Mader, Bayerischer Rundfunk
„Aufgrund meiner Funktion als Medienschutzbeauftragte interessiert es mich vor allem, wie es weiter geht mit dem Jugendmedienschutz.
Es ist interessant für die tägliche Arbeit, hier unterschiedliche Meinungen anzuhören. Ich wünsche mir mehr Referenten, die konkrete Regelungsvorstellungen präsentieren und auch zu mutigen Vorschlägen bereit sind. Dazu muss ich den Vortrag von Dr. Murad Erdemir loben.
Ich selbst twitter nicht, finde es aber interessant – so weit es inhaltlich wertvoll ist. Belangloses Twittern hingegen sehe ich als eine Zeitverschwendung an.“
Nikolaus Franke, Jugendreferent beim Weißen Kreuz (Begleitung von Pornografiesüchtigen)
„Ich bin hier bei der Jugendmedienschutztagung, um neue Konzepte zu sehen. Denn die Arbeit von Prävention und Kompetenzvorbeugung erweist sich als schwierig.
Wir müssen eine Mauer zwischen Pornografie und den Jugendlichen aufbauen. Dies ist schwer und mit großen Kosten verbunden.
Ich vermisse ein bisschen die Zielkonzeptierung und ein bisschen das konstruktives Reiben. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit dem Seminar. Man könnte es kurz mit ‚mehr Mut zur Tat‘ umreißen.“

 

Von Manuel Wamsler